Dafür gibt – oder besser gesagt gab – es dort gleich in der Nähe tatsächlich ein unterirdisches Gewölbe, sogar eins mit dem bezeichnenden Namen »Tüfelskear«. Leider fehlt eine dazu passende Sage, doch immerhin besitzen wir einen schriftlichen Vermerk eines Götzner Chronisten, der von einem Schlösschen berichtet, das sich hier befunden hat und anno 1776 abgebrochen worden ist:
Heute sind noch einige Überreste der Grundmauern und eines Kellers vorhanden. Im Volksmund wird dieser Keller Teufelskeller genannt.
Ähnliches weiß auch die »Embser Chronik« von 1616, in der es vom Besitz »Vodelberg« heißt, er sei derzeit sampt zugehörigem Weingarten, Guetter vnnd anderm Wolffgang Jonassen Verwaltern der Herrschafft Neunburg ehörig. Dieser Wolfgang Jonas ist ein Großneffe des berühmten Jakob Jonas, des Hofvizekanzlers Kaiser Ferdi-nands I., und der Ahnherr derer »von Udelberg« Nachdem etwa 120 Jahre später mit Maria Ursula die Letzte der Familie Jonas gestorben war, kam der Besitz zur Versteigerung, und zur Zeit Maria Theresias wurde der Bau abgetragen. Material vom abgebrochenen Edelsitz soll damals nach Klaus transportiert und zum Bau eines neuen Hauses (Sattelberg 81) verwendet worden sein. Einige Überreste der Grundmauern und Teile eines gewölbten, gänzlich unterirdischen Kellers dagegen – es ist unser »Tüfelskear« – blieben erhalten. Es gab ihn bis zum Jahr 1971, er lag hart an der Felskante des Udelberg-Ausläufers gleich in der Nähe der Mettauer-Siedlung. Gelegentlich wurde er von abenteuerlustigen Buben aufgesucht, die davon träumten, vielleicht doch einmal durch einen unterirdischen Gang hinüber auf die Neuburg und von dort aus sogar, unter dem Talboden durch, aufs »Montfort-Schloss« oder hinüber zum Klauser Sattelberg zu gelan-gen. Schließlich fiel das romantische Gemäuer der Zubrin-gerstraße für die Autobahn zum Opfer. So, wie die Dinge liegen, scheint es sich beim Namen »Tüfelskear« um eine jener nicht allzu seltenen Bezeichnungen zu handeln, die das Volk gelegentlich rätselhaften, unterirdischen Gewölben und unheimlich wirkenden Orten gegeben hat.
Inzwischen ist der Name »Tüfelskear« sowohl im entsprechenden Flurnamenplan als auch im Höhlenkataster ein wenig weiter zum südlichsten Felsbuckel des Udelbergs gewandert und bezeichnet jetzt einen einzelnen etwa 7 Meter tiefen, hinter Gebüsch versteckten Höhlenraum, dem aber ebenfalls nichts Teuflisches anhaftet.
