Auch Anna Hensler sah das alte Gemäuer – es ist nicht anders zu erwarten – etwas romantisch:

Das größte Schloß weitum ist die Nüburg gewesen und das älteste auch. Schon vor urdenklicher Zeit, als das Rheintal ein See war und der Hügel als einsame Insel darin ragte, ist sie dort gestanden.

An  dieser  Stelle  begründet  Frau Hensler  auch  ihr beharrliches Benennen der Feste als »Nüburg«. Der Name habe keineswegs mit der Bezeichnung für eine Burg jüngeren Datums, also einer »neuen Burg« zu tun. Das sei auch gut daran zu erkennen, dass das Bauwerk im Volk stets als »Nüburg« bezeichnet wor­den sei. Nach wie vor werde der Name mit sehr ge­dehntem ü gesprochen, während das Wort »neu« im Oberländer Dialekt stets »neu« und nie »nü« laute.

Das klingt ja vernünftig, allerdings auch ein wenig nach jener Deutung, wonach man zu dieser Feste ja eigent­lich »Neunburg« sagen müsste, da sie einst neun Türme besessen habe.