Es war vor einem guten halben Jahrhundert, da nahmen sich die Koblacher dieses Sagenstoffes auf eine ganz besondere Art an: Im Saal des Gasthofs »Adler« fand am 18. September 1948 die Uraufführung des Theaterstücks »Imma auf der Neuburg« statt. Der Autor Alois Walser, ein gebürtiger Meininger, hatte dazu auch die entspre-chenden Lieder komponiert, und es gelang, in Koblach rund 50 Schauspieler und Sänger zu aktivieren und die »Historie in vier Aufzügen aus der Zeit der Appenzel-lerkriege« in Koblach und Götzis mehrmals mit großem Erfolg aufzuführen.
In diesem Werk ist es keine einfache Burgmagd, die den klugen Rat gibt, sondern die Titelheldin, in die sich der Sohn des Neuburger Ritters verliebt hat. Zu einem richtigen Theaterstück gehört natürlich ein Schurke, hier ist es der Burgweibel Schenk. Dieser versucht alles, Albrecht, seinen Rivalen um die Gunst Immas, bei dessen Vater schlecht zu machen. Sogar vor einem feigen Mordanschlag schreckt er nicht zurück und weiß die Schuld daran auf Immas Vater zu lenken. Imma wird ins Burgverlies geworfen. Inzwischen ziehen draußen vor der Neuburg die Appenzeller ab, sie sind auf den Trick mit dem Kuhmagen hereingefallen. Schenk wird als Retter gefeiert, behauptet er doch, er habe sich die List ausgedacht. Als er sich nun am Ziel seiner Wünsche glaubt und Imma aus dem Gefängnis befreien will, trifft er auf eine Sterbende. Schließlich kommt Albrecht hinter die Ränke des üblen Burschen. Bevor er den Schurken nieder-streckt, gesteht dieser seine Untaten und gibt zu, den Rat zur Rettung der Burg von Imma bekommen zu haben.
Erwähnt werden muss aber noch, dass die erwähnte Kuh-Geschichte insofern einen kleinen Schönheitsfehler hat, als auch andere Burgen mit ähnlich klingenden Sagen aufwarten können; es mag eben nicht nur bei uns im Land kluge Mägde und überhaupt schlaue Leute gegeben haben!
