1767 überließ das Rentenamt Feldkirch die Feste Neuburg einem Konsortium unter Stabhalter, Georg Loacker aus Götzis zum Abbruch
1767 überließ das Rentamt Feldkirch die einst so stolze Feste um 1100 fl. – das war etwa der vierfache Schätzwert einer mittleren Koblacher Hofstatt (Haus und Hof) *1 – einem Konsortium mit dem Stabhalter des Gerichtes Rankweil-Sulz, Georg Loacker aus Götzis, an der Spitze zum Abbruch.
Zwei Jahre danach berichtet ein Schriftstück aus dem Turmknopf der alten Pfarrkirche in Götzis: ,,In solchem jahr 1769 ist die Vestung Neuburg abgebrochen worden“, *2
Alles, was irgendwie für Haus und Stall brauchbar war, kam unter den Hammer, Einrichtungsgegenstände wie Kästen, Truhen, Tische, Bettladen, Geschirre, Holzgebinde und Werkzeuge, soweit noch vorhanden und brauchbar, schöne Kachelöfen, Bodenplatten aus Sandstein, gebrannte Ziegelsteine von Fußböden und Kaminen, Fenster und Türen, Dachziegel, Dach- und Deckenbalken, Bodenbretter und Dielen, Beschläge aller Art samt den handgeschmiedeten Eisennägeln, Eisenklammern usw.. Selbst die auf der Neuburg sehr häufig eingebauten Fenster- und Türstürze aus Eichen- oder Edelkastanienholz brach man aus dem Mauerwerk, was den späteren Verfall wesentlich beschleunigte. An verschiedenen Stellen wurden Ziegelpartien zum Abtransport zusammengestellt, deren Bruchrestehaufen neben dem Tor (F) und in der Nordecke des Innenhofes (N) bei den Restaurierungsarbeiten der letzten Jahre zum Vorschein kamen. Eine Verladestelle für das Abbruchmaterial befand sich bei Tor (Z3), wo der Kalkestrichboden durch Abbruchabfall allmählich bis zu 0,8 m überschüttet wurde. Dort, wo leicht möglich, ließ man Mauersteine an den Hängen abrollen und transportierte sie zur Wiederverwendung ab. Begehrt waren besonders die Tuffsteine der Fenster- und Türrahmen.
Bald starrten hohle Mauergerippe in die Lüfte, immer noch mit Nachdruck die einstige Größe dokumentierend und auf mehr als ein halbes Jahrtausend bewegter Landesgeschichte verweisend.
Text nach Franz-Josef Huber, Koblachbuch 1995
Anmerkungen:
1 Vorarlberger Landesarchiv
2 Dünser Ulrich: Abschrift der Urkunde aus dem Turmknopf der alten Pfarrkirchein Vorarlberger Volkskalender 1909,
Kundmachung über die Veräußerung von Eichen aus der „Reichs-Schlosswaldung“ in Koblach
©
Arnold Perfler
Kundmachung der Finanz-Bezirks-Direction Feldkirch im Jahre 1856 über die Veräußerung von Eichen
..aus der „Reichs-Schlosswaldung“ in Koblach. Man glaubt es kaum, aber es wurden doch tatsächlich, nach der Aufstellung zu schließen, 245 Eichen versteigert. Und das waren gewiss keine dünnen Bäume. Die stets verschuldeten Habsburger benötigten ständig Geld.
Fahnenweihe des Männerchors 1927 auf der Neuburg
©
Unbekannt, Repro Herbert Häusle
Im Jahr 1927 hat auf der Neuburg ein Sängerfest stattgefunden.
1920 wurde der Männrchor Frohsinn Koblach gegründet. 1927 wurde zum Fest der Fahnenweihe die Neuburg als Festplatz entdeckt. Vorarbeiten und Durchführung förderte Fabrikant Viktor Hämmerle aus Dornbirn großzügig. Auf seine Kosten marschierte die Stadtmusik Dornbirn als Festmusik auf. Als großzügiger Gönner wurde eer dafür zum Ehrenmitglied des Chores ernannt. Man lese und staune: die bundesbahn hatt beim Schlosshügel für die Festbesucher eigens eine Bedarshaltestelle eingerichtet.
Der Schreck fuhr dem Verinskassier in die Glieder als er nach dem Festrummel bemerkte, dass die Kassa fehlte. Man hatte sie im Trubel im Schloßwald zurückgelassen, fand sie aber mit großer Erleichterung wieder.
Text: Reinold Madlerner „Koblach früher“, Gemeinde Koblach, 1999
Dollfuß- Gedenkkreuz-Weihe 1934
©
unbekannt
1934 – Dollfuß-Gedenkkreuz-Weihe
Dr. Engelbert Dollfuß wurde 1934 bei einem Putschversuch getötet. Seine politischen Anhänger trieben mit ihm Personenkult. Auf der Ruine Neuburg errichtete man noch 1934 ein „Dollfuß-Kreuz“ und nannte die Werbenstraße Dr. Dollfuß-Straße.
IBischof Dr. Sigismund Waitz zelebrierte unter zahlreicher Teilnahme von Schulklassen und Bevölkerung die Gedenkmesse.
Das Dollfußkreuz hatte 1938 ein Hitler-Mädchen aus Götzis umgesägt.
Text: Reinold Madlerner „Koblach früher“ ,Gemeinde Koblach, 1999
1948 – historisches Schauspiel „Imma auf der Neuburg“
©
Foto Köchle Götzis
1948 historisches Schauspiel „Imma auf der Neuburg“
Der Lehrer Alois Walser aus Meiningen hatte 1948 sein historische Schauspiel „Imma auf der Neuburg“ fertiggestellt und warb in Koblach für seine Aufführung. Tatsächlich gelang es ihm fünfzig Personen als Schauspieler oder Sänger zu begeistern. Fünf ausverkaufte Aufführungen in Koblach und zwei im Vereinshaus in Götzis im Herbst 1948 weckten die Begeisterung in den Akteuren. Josef Stark aus Götzis konnte für die Spielleitung gewonnen werden.
Den zu diesem Anlaß wiedererweckten Männerchor „Frohsinn“ Koblach dirigierte Alois Walser selbst. Der Adlerwirt Paul Amann hatte für die Aufführungen eigens und eigenhändig die Bühne des Adler-Sasles vergrößert.
Text: Nach Reinold Madlerner „Koblach früher“ ,Gemeinde Koblach, 1999
Kriegergedächtniskreuz
©
unbekannt
1950 – Kriegergedächtniskreuz auf der Neuburg
bereits am 19. September 1915 hat das Vorarlberger Volksblatt in einem Artikel die Errichtung eines Denkmals für die Gefallenen des Krieges auf der Neuburg angeregt.
1950 wurde auf dem Sockel des Dollfuß-Kreuzes ein Gedenkkreuz zum Gedenken an die Gefallenen des Bezirkes Feldkrich erstellt.
