Graf Kaspar war in seiner Funktion als Vogt und Pfandherr auch persönlich öfters in der Herrschaft Neuburg zugegen. Eine Zusammenstellung seiner Reisetätigkeit in den Jahren 1614 bis 1617 nennt folgende Aufenthalte: Am 12. September 1615 bestieg er den Kummen, am folgenden Tag weilte er ebenfalls in der Herrschaft Neuburg, am 26. Oktober nahm er dort die Musterung der Wehrpflichtigen ab, von 12. bis 19. Januar 1617 hielt er sich wiederum zu Neuburg auf, gleichfalls am 8. Februar, am 5. Mai, am 15. Juli, am 17. Juli in seinem Schlößchen Bocksberg bei Koblach, am 18. September zur Neuburger Musterung und schließlich nochmals am 26. September.[1]
In weiterer Folge bildete das Neuburger Gebiet einen wichtigen Baustein des emsischen Grenzstaatsplanes. Zwischen das österreichische Vorarlberg und die Schweizer Eidgenossenschaft sollte sich nach den Wünschen der Grafen von Hohenems dem Rhein entlang vom Bodensee bis zur St. Luziensteig ein emsisches Fürstentum schieben. Diese Pläne scheiterten jedoch, noch bevor im Gefolge des Dreißigjährigen Kriegs der Niedergang des Hauses Hohenems einsetzte, am Widerstand Österreichs,[2]
Im Jahre 1679 mussten die durch die Zeitereignisse, aber auch als Folge der Misswirtschaft der Nachkommen des Grafen Kaspar in wirtschaftliche Bedrängnis geratenen Grafen von Hohenems die Pfandschaft Neuburg aufgeben. Kaiser Leopold vereinigte die Herrschaft Neuburg mit den Schlössern Alt- und Neumontfort, Tosters, Jagdberg und dem Gericht Höchst Fußach, das später aber offenbar wieder wegfiel, samt deren Zubehör zur sogenannten ,,Großen Pfandschaft Neuburg“ und vergab diese gegen eine Pfandsumme von 50.000 Gulden an Johann Max Georg Graf von Clary und Aldringen. [3]
[1] VLA HoA 59,26.
[2] Dazu Ludwig Welti, Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau. Innsbruck 1930 (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins 4), S. 93ff.
[3] Ulmer (wie Anm. 8), S. 312. Vgl. auch Bergmann (wie Anm. 40), S. 64.
