Vom Bischofsried schulden etwa 40 Leute je ein Tagwan (Tagwerk) dafür, dass die Rosse und anderes Vieh dort aufgetrieben werden dürfen. Es scheint also, dass hier für die Herrschaft eine zusätzliche Quelle für Arbeitsleistungen vorliegt. Vielleicht war hier ursprünglich eines jener Riedgüter, aus denen die Streu für die eigenen Rosse bezogen wurde, die auf der Burg gehalten wurden, [1]
Da aber die Herren von Neuburg keinen Bischof in ihrem eigenen Geschlecht hatten, muss der Name auf einen der montfortischen Churer Bischöfe hinweisen, wohl auf Rudolf II, den Onkel der Sophie von Montfort, der Gemahlin Friedrichs II Thumb von Neuburg. Dies würde bedeuten, dass dieses Stück aus ursprünglichem Montforter Besitz stammt und nur deshalb später einer anderen Verwendung zugeführt wurde, weil die Herren von Neuburg genügend Grundstücke von ähnlicher Qualität besaßen.
