Vom Bischofsried schulden etwa 40 Leute je ein Tagwan (Tagwerk) dafür, dass die Rosse und anderes Vieh dort aufgetrieben werden dürfen. Es scheint also, dass hier für die Herrschaft eine zusätzliche Quelle für Arbeitsleistungen vorliegt. Vielleicht war hier ursprünglich eines jener Riedgüter, aus denen die Streu für die eigenen Rosse bezogen wurde, die auf der Burg gehalten wurden, [1]

Da aber die Herren von Neuburg keinen Bischof in ihrem eigenen Geschlecht hatten, muss der Name auf einen der montfortischen Churer Bischöfe hinweisen, wohl auf Rudolf II, den Onkel der Sophie von Montfort, der Gemahlin Friedrichs II Thumb von Neuburg. Dies würde bedeuten, dass dieses Stück aus ursprünglichem Montforter Besitz stammt und nur deshalb später einer anderen Verwendung zugeführt wurde, weil die Herren von Neuburg genügend Grundstücke von ähnlicher Qualität besaßen.

Neuburg: Eigenleute
Schließlich sind noch die etwa 50 Eigenleute zu erwähnen, die 1363 [2] und in späteren Quellen [3] namentlich‘ aufgezählt sind. 1542 müssen sie Tagwan (Tagwerke), Steuern und Fähl (Fälle) leisten, für die letzteren allerdings nur einen Ablösungsbetrag in Geld. Darunter sind fast alle Inhaber von Lehen genannt, aber auch viele andere. Es dürfte sich anfangs um einen großen Teil der Bevölkerung gehandelt haben, der aber immer mehr zurückging. 1808/12 stehen diese, nur noch 31 an der Zahl, unter dem Titel ,,Frohn und Küchendienste“ und bestehen fast nur noch aus Angehörigen der Geschlechter Fend, Ellensohn und Kopf. [4]

[1] In fast allen Quellen deutlich beschrieben. Trotzdem ist eine Lokalisierung nicht möglich. Es liegt inmitten des Götzner Mooses. Die Zusammenhänge in den Quellen deuten auf eine Lage südlich von Götzis gegen die Neuburg zu.
[2]  Q I.
[3] Q II, IV, V.
[4] Q VIII. Im Vergleich zu früheren Listen ist anzunehmen, dass sich die anderen Geschlechter in der Zwischenzeit loskaufen konnten.