Margarethenzins: Betten (über die Pfandschaft Neuburg eingezogen)
Völlig neu [1] sind 1542 zwei Stücke, die St. Margarethenzins bezahlen, und zwar Schmalz, [2] Die Bezeichnung deutet auf die Kapelle der Neuburg. [3] Schmalzzinsen an Kirchen waren im Mittelalter durchaus üblich. Die beiden genannten Stücke sind die ,,(gemeine) Bette“ und des ,,Heimen Hof“
Der erstere Flurname kommt in Götzis 1857 zweimal vor, u. zwar südwestlich von Kommingen an der Gemeindegrenze und im Tobel. Hier handelt es sich eindeutig um die sogenannte ,, Tobelbetten“ (an der Bahnlinie, unteres Tobel 17-23). [4] Eine ,,gemeine Bett“ ist ein gemeinsames Gebet, eine Prozession, also handelt es sich in beiden Fällen um die Lage an Prozessionswegen.
Der Weg bei der ,, Tobelbetten“ wird auch Gemeindegasse [5] genannt, d.h. die Gasse, durch die das Gemeindevieh getrieben wird.
Es scheint, dass diese Abgaben an die Schloßkapelle 1363 zwar schon bestanden hatten, aber nicht als herrschaftliche Einkünfte galten, weil sie eine Stiftung darstellten.
Aus dem Urbar von 1542 (Q III) ist noch nicht ersichtlich, dass diese Abgabe sowie die folgende auf einem bestimmten Stück ruht. Es scheint, dass sie von den Edlen von Neuburg für die Kapelle gestiftet und gewissen Bauern aufgetragen wurde, die, weil sie vielleicht walserischer Herkunft waren, mehr Viehzucht trieben. Zur Ergänzung ihrer wirtschaftlichen Grundlage wurde ihnen je eine Wiese. beim Tobel zugeteilt.
