In der Verkaufsurkunde von 1363 scheint auch der Mittelpunkt der Neuburger Wirtschaft auf, der Hof zu Koblach (Koblan), der übrigens, ebenso wie die Fischereirechte im Rhein, nicht einen Teil des Reichslehens Neuburg bildete, sondern sich als Reichspfandschaft in der Hand der Neuburger befand. Koblach wäre somit als Reichshof wie Lustenau und Kriessern, möglicherweise von letzterem abgetrennt, anzusprechen. Vielleicht befand sich dieser Hof ursprünglich in der Hand eines Geschlechts de Kobelon, von dem Friedrich und Schwicker Tumb von Neuburg 1294 durch Tausch den Hof Blatten erwarben. Die in dieser Urkunde aufscheinenden Brüder Eberhard, Heinrich und Albert de Kobelon waren ihrerseits mit dem den Tumb zugehörigen Rudolf Wildbehaim zu Birkach verwandt.

Der Hof Koblach fungierte als zentrale, von einem sogenannten ,,Keller“ verwaltete Wirtschaftseinheit und als Sitz der Gerichtsbarkeit über die Angehörigen der Herrschaft Neuburg. Zu den Gerichtssitzungen hatten sich diese dort vor dem Hofrichter zu versammeln. Später – im 15. Jahrhundert – führte der Hofrichter den Titel ,,Ammann“.

Quelle: Alois Niederstätter, Gemeindebuch Koblach

Ritter Friedrich und Swiger, Gebrüder genannt Tumben von Neuburg geben an Eberhard genannt von Kobelon “ gegen dessen Hof bei Montlingen genannt „Hinder der Burch“ …

Rheineck, 1294 August 29

Ritter Friedrich und Swiger, Gebrüder genannt Tumben von Neuburg  geben an Eberhard genannt von Kobelon [1]  gegen dessen Hof bei Montlingen [2] genannt «Hinder der Burch», der jährlich an die 25 Schilling Konstanzer Pfennige an Zins abwirft,
tauschweise 10 Schilling Konstanzer Münze und 6 Modien Haber von der Fähre, die «Fahr zu Gamprin»  [3]  heisst, ausserdem von ihren Besitzungen in Eschen  [4] 10 Viertel, in Falgedin  [5] , 6 Viertel Mischkorn, [6] Feldkircher Mass.
Dann vertauschen sie an Rudolf Wildbehain von Birkach [7] Heinrich und Albert Gebrüder von Koblach gegen deren Hof zu Blatten, [8] den Albert zum Baumgarten baut und der 25 Schilling jährlich bringt, ihrerseits die Äcker genannt an dem Zollwerd zu Götzis, [9] die jährlich 9 Schilling und 6 Pfennig Zinsen, ferner an Heinrich und Albert von Koblach für ihren Teil des Hofes die Wiesen genannt der Schwestern Mahd [10]  bei Kummingen [11]  welche drei Modien Weizen [12]Zinsen.

Die eingetauschten Höfe «Hinder der Burch» und zu Blatten verkaufen die Gebrüder Tumben an das Kloster Salem [13]  um 30 Pfund Pfennig Konstanzer Münze. Es siegelt der Komtur des Johanniterhauses Hugo von Werdenberg-Sargans. [14]

Quelle: LUB I, Bd. 5, Nr. 352.; zitiert nach: www.e-archiv.li/D47960  zum Dokument

[1]  Koblach, Vorarlberg
[2] Mon//Mgen, Gde. Oberriet, Kt. St. Gallen-
[3] Gamprin, Liechtenstein
[4] Eschen, Liechtenstein
[5] Valgendige “ Falgedin in Ruggell,‘ s. Ospelt, Sammlung liechtensteinischer Orts- und Flurnamen, Jahrbuch d. Hist, Vereins /. d. F. Liechtenstein 1911 S. 35 (1514 Falgedyn, 1698 Valgedin)
[6] Mischkorn, altes rätisches Getreide (Gemisch, Haber und Gerste)
[7] Birkach, Gde. Koblach, Vorarlberg
[8] Blatten, Gde. Kriessern, Kt. St. Gallen
[9] Zollwert in Götzis, Vorarlberg
[10] Schwestem Mahd abgegangen
[11] Kummingen, Gde. Götzis
[12] Weizen, altes rätisches Getreide
[13] Salem, Kr. Überlingen BW
[14] Hugo von Werdenberg – Sargans, Sohn Hermanns