1. Der Schlosshügel
  2. Flint

Flint

Im Juli 1970 organisierten einige Jugendliche, wie Heli Burtscher, Michael Köhlmeier, Reinhold Bilgeri und andere ein Festival beim Pfadiheim ein Festival nach dem Vorbild des Woodstock-Festivals, FLINT I. Vorgesehen war eine Mischung aus Musik und Texten. Es überwog dann aber bei weitem die Musik.
Flint

Vor dem Pfadihaus wurde eine Tribüne errichtet. Das Musikprogramm wurde ab Mitternacht von "Woadler" Walter Batruel allein bestritten. Nicht bedacht wurde, dass die die Musik im 3 km entfernten Koblach deutlich hörbar war. In der Nacht war eine phantastische Szenerie mit der erleuchteten Bühne und der Lager- und Zeltkulisse, in der die Jugendlichen lagerten. Am Morgen wurden Texte von Kurt Marti, Ginsberg u.a. gelesen. Gegen Mittag war das Festival beendet.

Nachdem Flint I von den Veranstaltern und Teilnehmern als voller Erfolg angesehen wurde, wollte man für das nächste Jahr mit FLINT II eine Steigerung. Die behördlichen Anmeldungen wurden erledigt. Da meldete sich im Vorfeld der Präsident der Vorarlberger Pfadfinder, KAD Dr. Konzett und erklärte, dass Flint II nicht stattfinden sollte, da es sich hauptsächlich an den Interessen der Haschisch konsumierenden Jugendlichen orientierte. Am 3. Juli wurde mit Schreiben der BH Feldkirch angekündigt, dass der Schlosshügel Neuburg unter Naturschutz gestellt werde " und daher Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen nicht mehr abgehalten werden dürfen". Tatsächlich erließ die Vorarlberger Landesregierung die Verordnung, mit der der Schlosshügel unter Naturschutz gestellt wurde.

Den Veranstaltern wurden zwar Ersatzorte angeboten, sie sahen aber ihre Ideen gefährdet und entschlossen sich zum Protest. Es wurde ein feierliches FLINT-Begräbnis auf der frisch geschotterten Autobahntrasse unterhalb der Neuburg geplant. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Landes-Straßenbauamt wurde die Veranstaltung offiziell als legale Demonstration angemeldet und auch erlaubt.

Ein Sarg wurde beschafft und entsprechende Reden wurden vorbereitet. Der Zorn der jungen Leute wurde mit dieser Aktion einigermaßen kanalisiert. Aber das ganze Land wurde überschwemmt mit Flublättern wie "Flint lebt" "Flint lebt trotzdem".

Nach einem Text von Dr. Günther Hagen. (Copyright alle Fotos: Stadtarchiv Dornbirn, Abdruck honorarfrei zur Berichterstattung über das Vorarlberger Landeskonservatorium. Angabe des Bildnachweises ist Voraussetzung.)
 
 

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